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Sonstiges Ungeziefer

Bettwanze (Cimex lectularius)

Biologie:
Bettwanzen sind stark abgeplattete, bis 8 mm lange Insekten mit einer rostbraunen Färbung. Junge Wanzen sind abgesehen von der Größe den erwachsenen Tieren sehr ähnlich. Die Tiere leben tagsüber verborgen z.B. hinter losen Tapeten, Bildern, Fußbodenleisten, in Ritzen von Betten und Möbeln und suchen nachts Menschen und Haustiere auf, um an ihnen zur Nahrungsaufnahme Blut zu saugen. Sie sind allerdings auch in der Lage, bis zu einem halben Jahr zu hungern. Der charakteristische süßliche Wanzengeruch in befallenen Räumen entsteht durch die Absonderung eines Sekrets aus einer so genannten Stinkdrüse.

Schaden:
Der Stich von Bettwanzen kann starken Juckreiz und Quaddelbildung, sowie bei empfindlichen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Durch verbesserte Reinigungsmethoden und moderne Bauweise sind die Bettwanzen bei uns allerdings nur noch selten anzutreffen. Teilweise besteht die Gefahr, dass Wanzen von Fernreisen mit dem Gepäck eingeschleppt werden.

Tipp:
Die Bettwanzenbekämpfung sollte man fachkundigen Schädlingsbekämpfern überlassen werden.

Hausgrille (Acheta domesticus)

Biologie:
Die Hausgrille, auch als Heimchen bezeichnet, wird ausgewachsen mit Flügeln bis zu 20 mm lang. Sie besitzt lange Fühler und ihre Körperfarbe ist gelblich mit dunkelbraunen Zeichnungen. Die Tiere sind sehr  wärmeliebend  und kommen daher häufig in Küchen, Heizungskellern, Bäckereien, Brauereien usw. vor. Im Freien findet man sie vor allem auf Mülldeponien. Tagsüber leben die Grillen verborgen und gehen nachts auf Nahrungssuche. Sie sind Allesfresser, bevorzugen aber pflanzliche Nahrung. Bei der schnellen Fortbewegung können auch kurze Sprünge gemacht werden. Charakteristisch ist das von den Männchen zur Anlockung der Weibchen in der Dunkelheit durchgeführte Zirpen.

Schaden:
Lebens- bzw. Ernährungsweise der Hausgrillen sind der von Schaben sehr ähnlich. Daher ist auch der von ihnen angerichtete Schaden vergleichbar. So verunreinigen sie Lebensmittel und können Krankheitskeime verschleppen. Das ständige Zirpen der Männchen kann als sehr lästig empfunden werden.

Kellerassel (Porcellio scaber)

Biologie:
Kellerasseln sind an das Landleben angepasste Krebstiere. Sie besitzen einen platten Körperbau, sind bis zu 16 mm lang, schiefergrau bis gelbgrau gefärbt und haben 7 Beinpaare. Sie leben von pflanzlicher Nahrung und sind sehr feuchtigkeitsbedürftig, so dass man sie in erster Linie in Kellern zwischen feucht lagerndem Material findet. Asseln zeichnen sich durch eine besondere Form der Brutpflege aus, bei der die Weibchen die befruchteten Eier und auch die Jungtiere in einem Brutraum auf der Bauchseite mit sich herumtragen.

Schaden:
Asseln richten in der Regel keinen großen Schaden an. Zum Teil findet man an lagerndem Obst, Gemüse oder Kartoffeln kleine Fraßstellen. In erster Linie wird das Auftreten der Tiere als lästig und ekelerregend empfunden. Im Garten bzw. in Komposthaufen tragen Asseln zur Zersetzung von organischen Materialien bei, können jedoch unter Umständen  auch Schäden an Keimlingen und Jungpflanzen hervorrufen.

Tipp:
Da Asseln eine hohe Luftfeuchtigkeit benötigen, können sie durch Austrocknung der Räume relativ einfach beseitigt werden.

Maden (Larven verschiedener Fliegenarten)

Biologie:
Als Maden werden umgangssprachlich die Jugendstadien verschiedener Fliegenarten bezeichnet. Vor allem die Larven von Stuben- und Fleischfliegen treten hier häufig im Umfeld des Menschen in Erscheinung. Die weißen, beinlosen, wurmförmigen Maden schlüpfen aus den Eiern, die von den erwachsenen Fliegen auf das Nährsubstrat abgelegt werden. Man findet sie in Abfällen, Kadavern, Kot, Biotonnen, Mülleimern, Fleisch, Käse, Fisch etc.

Schaden:
Direkter Schaden wird durch die Fraßtätigkeit der Maden in Lebensmitteln hervorgerufen, die letztendlich ungenießbar sind. Die Fliegenlarven  stellen eine bedeutende hygienische Bedrohung dar. Befallene Güter sind eine Brutstätte und tragen somit zum Nachschub bei Massenvermehrungen der Fliegen bei.

Ohrwurm (Forficula auricularia)

Biologie:
Der Gemeine Ohrwurm ist rot- bis kastanienbraun und in seiner langgestreckten Körperform ca. 10 bis 16 mm lang. Charakteristisch sind die am Hinterleibsende befindlichen Zangen, bei den Männchen  größer als bei den Weibchen. Die Tiere leben normalerweise im Freiland, dringen aber vor allem bei Massenauftreten häufiger auch in Gebäude ein. Ihre Aktivität konzentriert sich auf die Nachtstunden, tagsüber suchen sie dunkle Stellen als Verstecke auf. Ohrwürmer sind Allesfresser und leben sowohl von pflanzlicher als auch von tierischer Nahrung. Sie sind im Freiland sehr nützliche Räuber von Blattläusen und anderen Schädlingen.

Schaden:
In Lebensmittelbetrieben kann der Ohrwurm ein hygienisches Problem darstellen, wenn er Verstecke z.B. in Verpackungen aufsucht. Verschiedene Materialien und Pflanzenteile können angefressen werden. Sein Vorkommen im Haus ruft bei vielen Menschen Unbehagen und Angstgefühle hervor.

Tipp, Bekämpfung:
Ohrwürmer können abgefangen werden, in dem man ihnen Verstecke (z.B. mit Stroh gefüllte Blumentöpfe) anbietet und sie darin bekämpft. Derartige Methoden sind jedoch auch geeignet, Ohrwürmer in größeren Mengen anzulocken, um sie als Blattlausbekämpfer beispielsweise in Obstkulturen zu nutzen.

Schnecken (Gastropoda)

Biologie:
Schnecken gehören zu den Weichtieren mit kalkhaltiger Rückenschale, die zu verschiedenen Gehäuseformen gestaltet sein kann, bei einzelnen Arten aber auch fehlt (Nacktschnecken). Die Tiere haben einen breiten als Kriechsohle ausgebildeten Fuß und bewegen sich mit diesem auf einer Schleimspur fort. Am Kopf besitzen Schnecken je ein Paar kurze und lange, einziehbare Tentakeln, an deren Spitzen die Augen sitzen. Die landbewohnenden Schnecken sind zweigeschlechtliche Tiere (Zwitter) und auf feuchte Umgebung angewiesen. Daher  sind sie nur bei feuchter Witterung und meist nachts aktiv. Tagsüber und Trockenzeiten verbringen sie in feuchten Verstecken in der Erde, unter Steinen, in hohem Gras usw.

Schaden:
Schnecken ernähren sich von den verschiedensten Pflanzenteilen. Sie haben zum Teil einen sehr hohen Nahrungsbedarf und können im Ackerbau, an Zierpflanzen und im Gemüsegarten durch Pflanzenfraß bedeutende Schäden bis hin zu Kahlfraß verursachen. Besonders in feuchten und warmen Jahren oder auf nassen Standorten können Schneckenplagen entstehen.

Silberfischchen (Lepisma saccharina)

Biologie:
Silberfischchen sind flache, silbergrau gefärbte, gänzlich flügellose Insekten, die bis ca. 12 mm lang werden können. Sie sind lichtscheu, flink und an Feuchtigkeit gebunden, was ihr Auftreten vor allem in Badezimmern, Küchen, Kellern, Waschküchen  usw. erklärt. Charakteristisch sind die langen Fühler und die ca. 3 mm langen Schwanzfäden. Die Tiere können bis zu zwei Jahre alt werden. Bezüglich der Nahrung sind sie wenig wählerisch, bevorzugen kohlehydratreiche Stoffe - besonders Zuckerwaren -, leben aber auch von Hautschuppen und Schmutzpartikeln.

Schaden:
Silberfischchen sind an sich harmlos. Sie bereiten nur bei Massenauftreten Probleme und können dann an Lebensmitteln, Tapeten, Bucheinbänden, Bildern, Lederwaren oder Textilien durch Schabe- und Lochfraß Schäden verursachen.

Springschwanz (Collembola)

Biologie:
Springschwänze gehören zu den Urinsekten. Sie sind gewöhnlich 1 bis 2 mm lang und besitzen häufig eine sogenannte Sprunggabel, die in Ruhestellung nach vorne unter den Bauch geklappt ist. Sie ermöglicht es den Tieren kleine Sprünge zu vollziehen.
Die auch als Collembolen oder Erdflöhe bezeichneten Insekten leben im Boden, sind auf einen feuchten Lebensraum angewiesen und ernähren sich im Allgemeinen von zerfallenen tierischen und pflanzlichen Stoffen. Sie sind daher als sehr nützlich zu betrachten, da sie zur Humusbildung beitragen.

Schaden:
Bei starkem Befall kann man Springschwänze auf der Oberfläche von Blumenerde herumspringen sehen. Manche Arten können bei Massenvermehrung Schäden an lebendem Pflanzenmaterial verursachen. Im Allgemeinen sind diese aber unbedeutend und eine direkte Bekämpfung der Tiere ist nicht notwendig.

Tipp:
Da Collembolen aufgrund ihres dünnhäutigen Körpers stets auf Bereiche mit hoher Feuchtigkeit angewiesen sind, kann man stärkeren Befall beispielsweise auf Blumentöpfen durch mehrmaliges Trockenfallenlassen der Erde schnell eindämmen. Findet man in sonstigen Bereichen der Wohnung Springschwänze, deutet dies auf eine zu hohe Luftfeuchte hin. Auch hier kann Abhilfe durch Trocknungsmaßnahmen geschaffen werden.

Stechmücken (Culex pipiens und Aedes sp.)

Biologie:
Stechmücken sind weltweit verbreitet. Die in unseren Breiten vorkommenden Arten haben eine Größe von ca. 5 bis 10 mm bei einer unscheinbaren bräunlich-grauen Färbung. Die Entwicklung der Larven findet im Wasser statt. So sind beispielsweise offene Regentonnen, Dachrinnen, Tümpel, Pfützen, alte Flußläufe oder Überschwemmungsgebiete Brutstätten der Mücken. Die Weibchen benötigen zur Fortpflanzung Blutmahlzeiten, die sie durch Stiche bei Mensch und Tier erreichen.

Schaden:
Stechmücken verursachen durch ihre Stiche ein sehr unangenehmes Jucken. Auch kann ihr Flug mit den sehr markanten Fluggeräuschen sehr belästigend wirken. Vor allem in tropischen Ländern werden durch Mückenstiche gefährliche Krankheiten übertragen.

Tipp, Bekämpfung:
Das Vermeiden von offenen Wasserstellen (z.B. offene Regentonnen), die den Stechmücken als Brutplätze dienen, kann den Befall unter Umständen vermindern.  Eine biologische Bekämpfung der Larven mit Präparaten auf Bakterienbasis wird heute großflächig und erfolgreich eingesetzt und kann auch im Kleingartenbereich verwendet werden (siehe Bekämpfung).
In den Hauptaktivitätszeiten der Mücken (Abendstunden) sollte man spezielle Hautschutzmittel auftragen, um Stichen vorzubeugen.

Trauermücken (Sciaridae)

Biologie:
Trauermücken sind kleine, zarte,  meist schwarz gefärbte Insekten einer Länge von ca. 1 bis 6 mm. Sie sind sehr aktiv und tummeln sich oft auf der Erde von Blumentöpfen und um die Töpfe selbst. Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden ab. Die schlanken, länglichen Larven sind durchscheinend weißlich und haben einen schwarzen Kopf. Sie leben in Blumenerde und faulenden Substraten und ernähren sich in erster Linie von zerfallenden Pflanzenteilen.

Schaden:
Bei starkem Befall können die Larven der Trauermücken auch lebendes Pflanzengewebe an Wurzel und Stengel angreifen. Die erwachsenen Mücken können mitunter durch ihren Flug in Zimmern, an Blumenfenstern und um Blumentöpfe lästig und unangenehm werden.

Tipp, Bekämpfung:
Zu starkes Gießen sollte vermieden werden, da es förderlich für die Entwicklung der Trauermücken ist. Eine gute Bekämpfung und deutliche Reduzierung des Befalls kann durch im Handel erhältliche Gelbtafeln (Klebefallen) erreicht werden.

Wespen (Paravespula germanica und Paravespula vulgaris)

Biologie:
Von den verschiedenen Wespenarten werden nur die auffällig gelb-schwarz gefärbte, 13 bis 20 mm lange Deutsche Wespe und die sehr ähnliche Gemeine Wespe lästig. Beide Arten sind vom Laien kaum zu unterscheiden. Sie leben in einjährigen Staaten, d.h. die Arbeiterinnen sterben im Herbst ab und nur die befruchteten jungen Königinnen überleben den Winter und gründen im Folgejahr ein neues Nest. Die Wespennester liegen normalerweise in der Erde, werden aber auch in Rolladenkästen, Dachböden oder ähnlichen Orten  kunstvoll aus einer papierartigen Masse errichtet. Wespen sind in erster Linie Insektenvertilger und daher als nützlich zu betrachten. Da auf ihrem Speisezettel auch Zucker steht, kommt es bei der Suche nach diesem zu Begegnungen mit den Menschen. Normalerweise setzen die Wespen ihren Stachel gegenüber den Menschen nur in Not, Bedrängnis und zur Verteidigung ein.

Schaden:
Die Wespen können bei häufigem Auftreten durch Fraß an Obst, Säften, Kuchen, Fleisch u.a. sehr lästig werden. Ihre Stiche sind sehr schmerzhaft und stellen bei Menschen mit Insektenstich-Allergien unter Umständen eine große Gefahr dar.

Tipp, Bekämpfung:
Um einer Belästigung von Wespen vorzubeugen, sollten in erster Linie anlockende Substanzen (Obst, Obstabfälle, Marmelade u. a.) beseitigt bzw. unter Verschluss gehalten werden. Wird ein Wespennest im Umfeld von Wohnungen oder Häusern festgestellt, ist es ratsam, einen professionellen Schädlingsbekämpfer mit der Bekämpfung bzw. einer möglichen Umsiedlung zu beauftragen.

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